Grundlagen

Tokenisierung & RWA

Stand: 12.10.2026

Kurz gesagt

Tokenisierung bedeutet, ein Recht an einem realen Wert als Token auf einer Blockchain abzubilden: eine Anleihe, einen Fondsanteil, eine Immobilie, Gold oder eine Rechnung. Man spricht von Real World Assets (RWA). Grosse Vermögensverwalter und Banken geben bereits tokenisierte Fonds und Anleihen aus. Die Schweiz hat dafür mit dem DLT-Gesetz seit 2021 eine eigene rechtliche Grundlage.

So funktioniert es

Reale Werte als Token

Real World Assets (RWA) auf der Blockchain

1

Realer Wert

Immobilie, Anleihe, Kunst, Rohstoff.

2

Rechtliche Hülle

Verwahrung und Vertrag sichern den Anspruch.

3

Token

Digitaler Anteil, teilbar und übertragbar.

4

Handel 24/7

Schnelle Abwicklung, kleine Stückelung.

Der Token ist nur so viel wert wie der rechtliche Anspruch dahinter.
  1. Der Wert: Ein Eigentümer bringt einen Wert ein, zum Beispiel ein Gebäude oder einen Bestand an Staatsanleihen.
  2. Die rechtliche Hülle: Ein Rechtsträger (Firma, Fonds) hält den Wert. Ein Vertrag regelt, welches Recht der Token verbrieft.
  3. Die Ausgabe: Ein Smart Contract gibt Tokens aus, etwa 10 Millionen Anteile an der Liegenschaft.
  4. Der Handel: Tokens wechseln auf zugelassenen Plattformen den Besitzer, oft rund um die Uhr und in kleinen Stückelungen.
  5. Die Erträge: Mieten oder Zinsen werden automatisch an die Token-Inhaber ausgeschüttet.

Beispiele: tokenisierte Geldmarktfonds grosser Vermögensverwalter (etwa BlackRock BUIDL seit 2024), tokenisierte Anleihen an der regulierten SIX Digital Exchange (SDX), tokenisiertes Gold, Projekte wie Ondo oder Chainlink als Infrastruktur.

Vorteile und Nachteile

VorteileNachteile und Risiken
Kleine Stückelung: Anteile an Werten, die bisher Grossanlegern vorbehalten warenRechtliche Durchsetzbarkeit: Der Token ist nur so viel wert wie das Recht, das er verbrieft, und dessen Durchsetzung vor Gericht
Handel rund um die Uhr, Abwicklung in Minuten statt TagenScheinbare Liquidität: Der Token ist in Sekunden handelbar; ob es zum fairen Preis Käufer gibt, hängt am realen Wert dahinter. In Krisen fehlen sie oft.
Weniger Zwischenstellen, tiefere KostenKontrolle durch Plattformen: Emittenten können Tokens einfrieren, zurückholen oder Inhaber ausschliessen
Transparente Register, nachvollziehbare EigentumsketteAutomatische Liquidation: Als Pfand eingesetzte Tokens können ohne Rückfrage verkauft werden
Programmierbare Ausschüttungen und StimmrechteTechnische Risiken: Fehler in Smart Contracts, Hacks, Bridges
Neue Finanzierungswege für KMU und ProjekteGegenpartei: Verwahrer und Emittent müssen vertrauenswürdig bleiben

Vertiefung

Tokenisierte Fonds & ETFs

Die Brücke zwischen klassischem Finanzwesen und Blockchain

Klassisches Finanzwesen

Institutionen

Banken und Vermögensverwalter wie BlackRock oder Fidelity.

Krypto-ETFs

Zugang über regulierte Anteile.

Verwahrer

Halten die Basiswerte institutionell sicher.

Vorteile

Transparenz, Abwicklung in Echtzeit und regulatorische Klarheit.

Blockchain-Infrastruktur

Smart Contracts

Automatisieren Ausgabe, Handel und Abwicklung.

Tokenisierte Geldmarktfonds

Zum Beispiel BlackRock BUIDL.

Prüfbarkeit

Bestände jederzeit on-chain nachvollziehbar.

Keine Finanzberatung. Allgemeine Information ohne Gewähr. Krypto-Assets können bis zum Totalverlust an Wert verlieren.